Seite 20 Informationsblatt 31 Februar 2020
Beiträge und Berichte
Der Mittelpunkt der Stadt ist die Rechtstadt mit der Langgasse
und dem langen Markt. Durch den 2. Weltkrieg sind 90 % der
Bausubstanz zerstört worden. Der Großteil der Altstadt wurde
detailgetreu rekonstruiert. Man steht davor und staunt. Was für
eine Leistung (Abb. 4).
In der Stadt finden sich ca. 4.000 Lindenbäume. Während ihrer
Blüte liegt über der Stadt der betörende Duft der Linden.
In Danzig befindet sich der wichtigste Seehafen Polens. Hier sei
an die Solidarnosc-Bewegung unter Lech Walesa in der Dan-
ziger Werft erinnert. Ursprünglich waren es 3 Werften mit ca.
40.000 Arbeitern. 2/3 haben ihre Arbeit nach der Wende verlo-
ren. Es herrscht großer Konkurrenzdruck durch China.
Es gibt in Danzig 10 Hochschulen mit ca. 60.000 Studenten.
Davon studieren über die Hälfte allein an der Universität Dan-
zig und der Technischen Universität Danzig.
Danzig war früher Garnisonsstadt. Deswegen findet man hier
noch riesige Kasernen. Seit 1993 gibt es in Danzig keine Sol-
daten mehr.
Wir besuchen eine Bernsteinschleiferei und lernen, dass man
auch mit dem Staub, welcher beim Bernsteinschleifen anfällt,
noch kosmetische Produkte herstellen kann, da Bernstein medi-
zinische, entzündungshemmende Bestandteile enthält.
In der Vorstadt Oliva besuchen wir den Dom der Oliva-Kat-
hedrale und kommen in den Genuss eines 20-minütigen Orgel-
konzerts auf der Barockorgel. Es erklingen Halleluja, Air, das
Ave-Maria, wir hören ein Gewitter, Echo, Hall. Es wird der
Eurovisionssong gespielt und natürlich darf die Toccata in d-
Moll nicht fehlen.
Nachmittags erfolgt eine Rundfahrt durch Zoppot und Gdynia.
Zoppot ist mehr eine Wohngegend. Hier gibt es keine Indus-
trie, keine Fabriken. Durch die Kriegsumstände bekamen hier
nach dem Krieg viele junge Menschen Wohnungen zu günsti-
gen Preisen, welche dann an die Kinder weitergegeben wurden.
Deswegen lebt hier vorwiegend ältere Bevölkerung. Da Zoppot
an der See liegt, Naherholung vom Feinsten bietet, quasi die
Badewanne Danzigs darstellt, ist diese Wohngegend sehr teu-
er geworden und diese Wohnungen sind heute eigentlich nicht
mehr zu bezahlen. Zoppot wurde übrigens von einem Arzt ent-
deckt. Er hat dort eingeheiratet, ist geblieben und hat den Men-
schen gezeigt, dass Seeluft sehr förderlich für die Gesundheit
ist.
Ein Abstecher an den Strand von Zoppot ist natürlich ein Muss
(Abb. 5). Wir gönnen uns auf der großen Seebrücke einige
traumhafte Ausblicke auf das Meer, schlendern durch das mon-
däne Seebad und genießen das wunderschöne Wetter, die Sonne
und die frische Seeluft.
Abb. 4
Abb.6
Abb.5